Sonnabend / 7. Juli 2018 / Workshop: Psychoanalyse und Gesellschaftskritik

10 – 17 Uhr | Studierendenrat der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg | Universitätsplatz 7 | Halle (Saale)

Die kritische Theorie sprach sich immer für eine psychoanalytische Erweiterung der Marxschen Gesellschaftskritik aus. Anders sei es nicht zu verstehen, dass die Menschen sich selbst und Anderen weiter eine Unterdrückung aufzwingen, die beim heutigen Stand der Produktivkräfte nicht mehr notwendig wäre, statt in Opposition zur bestehenden Gesellschaft vernünftig ihre Bedürfnisse zu vertreten. Dieser Irrationalität spürt die Psychoanalyse nach.
Obwohl die Psychoanalyse folglich ein zentraler Bestandteil der Frankfurter Gesellschaftskritik ist, sieht Adorno auch einen objektiven Grund für die disziplinäre Trennung zwischen Soziologie und Psychologie. Dieser liege darin, dass die gesamtgesellschaftlichen Prozesse und die beteiligten Einzelnen soweit von einander entfremdet seien, dass sie sich nicht mit den gleichen Begriffen beschreiben ließen. Die theoretische Vereinheitlichung der beiden Disziplinen unterstelle somit einen Zustand schon als gegeben, der sich nur als Utopie formulieren ließe.
In welcher Interaktion die Individualpsyche und Gesellschaft trotz ihrer Eigenständigkeit stehen und wie sich die psychoanalytische und gesellschaftskritische Perspektive ergänzen und auch widersprechen, wollen wir anhand der gemeinsamen Lektüre des Textes ‚Zum Verhältnis von Soziologie und Psychologie‘ von Adorno mit euch diskutieren.

Wir bitten um Anmeldung unter gruppe.aufgetaucht (at) web.de.

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