Donnerstag / 9. November 2017 / 19.00 Uhr / Geschlossene Gesellschaft. Abwehr, Anpassung und Alltagsbewusstsein in der ostdeutschen Provinz

Studentisch selbstverwalteter Raum / Adam-Kuckhoff-Str. 34a / Steintor-Campus / Universität Halle

Vortrag und Diskussion mit C a r o l i n e A. S o s a t (Berlin)

In einem der ärmsten Landkreise Sachsen-Anhalts, mit hohen Wahlergebnissen für die AfD, hoher Korruption und sogar gerichtskundigem Wahlbetrug, scheitern jegliche Emanzipationsversuche. Der Abbau der Demokratie ist der Bevölkerung bekannt. Die Bereitschaft zum Widerspruch bleibt dennoch gering. Die Menschen wissen – und wissen zugleich nicht. Die Studie, die dem Vortrag zugrunde liegt, fand in der Mitte der Gesellschaft statt. In einer psychoanalytischen Auswertung, die sich auf die innere Motive ebenso wie auf die widersprüchlichen individuellen, politischen und historischen Umstände einlässt, sollten die Gründe für das Schweigen gefunden werden.

Caroline A. Sosat studierte Psychologie und Soziologie in Jena und Stendal. Sie forschte zum späten Coming-out in der Hetero-Beziehung, zu Diagnosekriterien der bipolaren Störung und schrieb im Buch Beißreflexe zu verfolgenden Dynamiken in feministischen Gruppen. Als Politnerd, Psychologin, Feministin und Kampfsportlerin versucht sie eine Sprache für das zu finden, was nicht gesagt werden darf und kritisiert autoritäre Formen der Eingemeindung.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.